Diese Serie ist während einer Fototour durch das Elsass entstanden. Eigentlich bin ich mit viel Vorfreude losgezogen, mit der Kamera in der Hand und dem Wunsch, neue Bilder zu finden. Doch schon nach kurzer Zeit hatte ich das Gefühl, meinen eigenen Blick verloren zu haben. Ich sah schöne Orte, alte Gassen, Fassaden, Menschen und Licht – aber ich sah darin kaum Fotos. Genau das hat mich beschäftigt. Ich begann an meinem Blick zu zweifeln und fragte mich immer wieder, warum mir Motive, die sonst vielleicht ganz selbstverständlich vor mir auftauchen, plötzlich verborgen blieben. Je mehr ich suchte, desto schwieriger wurde es. Und trotzdem wollte ich die Kamera nicht weglegen. Denn genau darin liegt für mich auch die Leidenschaft für die Fotografie. Nicht nur in den Momenten, in denen alles gelingt. Sondern auch an den Tagen, an denen man zweifelt, weiterläuft, wartet und trotzdem versucht, aufmerksam zu bleiben. Fotografie ist für mich immer auch ein Lernen des Sehens. Und manchmal merkt man erst dann, wie sehr einem dieses Sehen bedeutet, wenn es für einen Moment nicht mehr selbstverständlich ist. Mit der Zeit entstanden dann doch Bilder. Nicht plötzlich und nicht in grosser Zahl. Eher langsam. Ein Licht, eine Person in einer Gasse, eine Spiegelung, ein kleiner Moment, den ich beinahe übersehen hätte. Diese Serie erinnert mich deshalb weniger an die Orte selbst als an die Geduld, die es manchmal braucht, dem eigenen Blick wieder zu vertrauen. Vielleicht war ich im Elsass nicht auf der Suche nach Motiven. Vielleicht war ich auf der Suche nach meinem eigenen Sehen.