Die Region Interlaken ist ein Ort des Kommens und Gehens. Täglich reisen Menschen aus den unterschiedlichsten Ländern und Kulturen hierher – jeder mit seiner eigenen Geschichte, seinen Erwartungen und Erinnerungen. Manche bleiben nur für wenige Stunden, andere für mehrere Tage. Diese Fotoserie entstand über mehrere Monate hinweg an verschiedenen Orten der Region Interlaken und hält genau diese flüchtigen Momente zwischen Ankunft und Abschied fest. Die Bilder folgen dabei nicht immer einer perfekten Bildkomposition. Oft ist der Moment wichtiger als die technische Perfektion. Es geht um echte Situationen, spontane Beobachtungen und kleine Geschichten, die sich zwischen Menschen, Landschaft und Alltag entfalten. Die Fotografien sind bewusst in Schwarz-Weiss gehalten. Dadurch rücken Emotionen, Blicke, Gesten und Kontraste stärker in den Mittelpunkt und lösen sich von der farbenfrohen Postkartenästhetik, für die die Region bekannt ist. Im Zentrum dieser Arbeit stehen die Besucher der Region. Fremde Gesichter, kurze Begegnungen, wartende Gruppen, stille Momente oder das Festhalten einer Reise mit der Kamera oder dem Smartphone – die Leica wird dabei zum unauffälligen Beobachter des öffentlichen Lebens. Die Bilder wollen keine Wertung vermitteln. Jeder Betrachter kann seine eigene Interpretation aus den gezeigten Situationen mitnehmen und die Szenen auf seine persönliche Weise lesen. Genau diese Offenheit ist ein wesentlicher Bestandteil der Serie. Die Arbeit ist dokumentarisch-künstlerisch gemeint und begegnet den abgebildeten Menschen mit Respekt. „Ankunft und Abschied“ ist meine bisher umfangreichste dokumentarische Fotoserie. Sie ist ein persönlicher Blick auf die Besucher der Region Interlaken und auf die vielen kleinen Augenblicke, die zwischen dem Beginn und dem Ende einer Reise entstehen – Momente, die oft unbeachtet bleiben und doch jede Reise mitprägen.